VdS steht für VdS Schadenverhütung GmbH, eine unabhängige Institution für Unternehmenssicherheit mit Sitz in Köln. Sie entwickelt Richtlinien, zertifiziert Produkte, Dienstleistungen und Unternehmen im Bereich Sicherheit und bietet Prüfungen, Schulungen sowie Beratung an, um Risiken zu minimieren und Schadenverhütung zu fördern.
Als Europas größtes Institut für Sicherheit bündelt VdS über 100 Jahre Erfahrung in Schadenverhütung. Im Kontext von Sicherheitsdiensten (Sicherheitsdienst) legt VdS den Fokus auf Zertifizierungen und Richtlinien, die über gesetzliche Mindestanforderungen (§ 34a GewO, BewachV) hinausgehen und mit Normen wie DIN 77200 verknüpft sind.
Struktur und Kompetenzen der VdS
VdS Schadenverhütung GmbH gliedert sich in Kompetenzfelder wie Security, Brandschutz und Risikomanagement. Im Security-Bereich bietet sie:
- Produktzertifizierungen für elektronische und mechanische Sicherungstechnik.
- Zertifizierungen für Errichterfirmen und Sicherheitsdienstleister.
- Personenzertifizierungen (z. B. für Elektrofachkräfte oder NSL-Fachkräfte).
- Managementsystem-Zertifizierungen (z. B. ISO 9001, OHSAS 18001).
- Aus- und Weiterbildungen mit über 200 Lehrgängen, davon mehr als 20 im Security-Bereich.
Kernrichtlinien der VdS für Sicherheitsdienste
VdS 3427 (2023-08): Richtlinien für die Zertifizierung von Sicherungsdienstleistungen gemäß DIN 77200-3; beschreibt akkreditiertes Verfahren zur Feststellung und Überwachung der Normkonformität.
VdS 3138: Anerkennung als Notruf- und Service-Leitstelle (NSL)NSL) oder Alarmprovider (AP); regelt Übertragung und Koordination von Gefahrenmeldungen.
VdS 2172: Anerkennung als Interventionsstelle (IS); umfasst Maßnahmen zur Gefahrenabwehr am Objekt.
VdS 3108: Zertifizierung von Flughafen- und Luftsicherheitsdienstleistern.
VdS 3104: Anforderungen an Fachplaner in der Gefahrenabwehr.
Weitere Richtlinien: VdS 3483 (Verfahrensrichtlinie mit DIN 77210-2), VdS-Richtlinien für Geld- und Wertdienste (DIN 77210-1/2).
Zertifizierungsprozess bei VdS
Die Zertifizierung erfolgt durch die akkreditierte VdS-Zertifizierungsstelle (DAkkS-akkreditiert). Ablauf:
- Antragstellung mit Auftragsformularen (z. B. VdS 3427 Anhang A/B).
- Dokumentenprüfung und Audit vor Ort (Prozesse, Personal, Objekte).
- Prüfung auf Normkonformität (z. B. DIN 77200-1/3, DIN EN 50518 für AES).
- Zertifikatserteilung (typisch 3 Jahre gültig).
- Jährliche Überwachungsaudits.
- Re-Zertifizierung nach Ablauf.
VdS prüft auf lückenlose Dokumentation, qualifiziertes Personal und Prozessbeherrschung entlang der Sicherungskette.
Vorteile der VdS-Zertifizierung
Qualitätsgarantie: Unabhängiger Nachweis hoher Standards in Security-Diensten.
Vertrauen und Transparenz: Wichtiges Kriterium für Kunden, Versicherer und Behörden; reduziert Haftungsrisiken.
Risikominimierung: Professionelle Prozesse und Schulungen fördern effektive Gefahrenabwehr.
Wettbewerbsvorteil: VdS-Anerkennung ist oft Voraussetzung für Ausschreibungen und Partnerschaften.
Kontinuierliche Verbesserung: Audits und Weiterbildungen sorgen für Innovation und Qualitätssteigerung.
Unterschiede zu gesetzlichen Vorgaben und anderen Normen
Während § 34a GewO und BewachV Mindeststandards (z. B. Sachkundeprüfung) definieren, gehen VdS-Richtlinien weiter: Sie integrieren DIN 77200 (Qualitätsmanagement für Sicherheitsdienste), DIN EN 50518 (AES) und spezialisierte Verfahren für NSL, IS oder Geldtransporte. VdS bietet unparteiische, akkreditierte Zertifizierung, die über reine Normkonformität hinaus Transparenz und Praxistauglichkeit schafft – ein Ergänzung zu DIN 77200.
Einsatzbereiche der VdS-Richtlinien
- Stationärer und mobiler Objektschutz
- Werkschutz
- Revier- und Interventionsdienste
- Alarmempfangsstellen (AES)
- Notruf- und Service-Leitstellen (NSL)
- Geld- und Werttransporte
- Flughafen- und Luftsicherheit
- Veranstaltungsschutz
- Schutz kritischer Infrastruktur (KRITIS)
- Flüchtlingseinrichtungen
Herausforderungen bei der Umsetzung
- Hoher Dokumentations- und Schulungsaufwand
- Ressourcenbedarf für regelmäßige Audits
- Strenge Anforderungen an Personalqualifikation und Prozesse
- Kosten für Zertifizierung und Weiterbildung – ausgeglichen durch gesteigertes Vertrauen und Auftragsvolumen.