Security-Kosten 2026: Preise für Sicherheitsdienste

Zuletzt aktualisiert: 28 Dezember 2025
Das Wichtigste in Kürze
  • Was kostet ein Sicherheitsdienst? Je nach Leistung zwischen 20 und 150 € pro Stunde. Standard-Objektschutz liegt bei 25–40 €/h, Personenschutz beginnt bei 50 €/h.
  • Wichtigste Kostenfaktoren: Art der Leistung, Qualifikation der Kräfte, Einsatzzeit (Nacht-/Wochenendzuschläge), Region und Zusatzleistungen.
  • Vorsicht bei Dumpingpreisen: Angebote unter 20 €/h decken oft nicht mal den Tariflohn. Das Risiko: unqualifiziertes Personal, fehlende Versicherung, Haftungsprobleme.
  • Abrechnungsmodelle: Stundenabrechnung für flexible Einsätze, Monatspauschalen für Dauerschutz, Paketpreise für kombinierte Leistungen.

    Was kosten Sicherheitsdienste und welche Abrechnungsmodelle sind sinnvoll? Wer sich nicht tagtäglich mit Security beschäftigt, wird sich schwer damit tun, einzuschätzen, welcher Preis gerechtfertigt ist. Die Preisspannen am Markt sind enorm: Von 18 € bis über 150 € pro Stunde ist alles dabei.

    Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber nicht auf Verhandlungsgeschick – sondern auf klar definierbare Faktoren wie Qualifikation, Tarifbindung und Einsatzanforderungen.

    In diesem Beitrag erklären wir, wie sich Preise zusammensetzen, was seriöse Anbieter von Billig-Security unterscheidet und mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen sollten – für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und private Auftraggeber.

    Was beeinflusst die Kosten für Sicherheitsdienste?

    Wer Sicherheitsleistungen einkauft, steht schnell vor der Frage: Was ist ein fairer Preis – und woran orientiere ich mich? Die Preise für Security werden nicht gewürfelt. Sie basieren auf tariflichen Vorgaben, Qualifikationsanforderungen und Einsatzbedingungen. Wer diese Faktoren kennt, kann Angebote besser einschätzen.

    Art der Sicherheitsleistung

    Nicht jeder Einsatz ist gleich. Objektschutz in einer Büroimmobilie erfordert andere Kompetenzen als Personenschutz oder Event-Security bei einem Hochrisiko-Konzert. Je spezialisierter die Anforderung, desto höher der Preis.

    Typische Leistungsarten:

    • Objektschutz / Werkschutz
    • Veranstaltungsschutz / Event-Security
    • Personenschutz / Begleitschutz
    • Mobiler Sicherheitsdienst / Revierdienst
    • Empfangs- und Pfortendienste

    Qualifikation der Sicherheitskräfte

    Die Unterrichtung nach §34a GewO ist das gesetzliche Minimum – mehr nicht. Für anspruchsvollere Einsätze braucht es höhere Qualifikationen:

    • Sachkundeprüfung §34a – für Türsteher, Citystreifen, Kaufhausdetektive
    • Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK) – für qualifizierten Werkschutz
    • Fachkraft für Schutz und Sicherheit – vollwertige Berufsausbildung
    • Waffensachkunde – für bewaffneten Personenschutz
    • Brandschutzqualifikationen – für Brandwachen

    Diese Ausbildungen kosten Zeit und Geld – was sich im Stundensatz widerspiegelt.

    Einsatzzeit & Schichtdauer

    Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist tariflich geregelt. Die Zuschläge sind keine Willkür, sondern gesetzlich vorgeschrieben:

    • Nachtarbeit (20:00–06:00 Uhr): 15–25 % Zuschlag
    • Sonntagsarbeit: 25–50 % Zuschlag
    • Feiertagsarbeit: bis zu 100 % Zuschlag

    Wer dauerhaft Nachtschichten oder Wochenenddienste braucht, zahlt entsprechend mehr.

    Art & Umfang des Einsatzes

    Die Größe und Komplexität des Einsatzes beeinflusst den Preis erheblich:

    • Kleine Objekte (Büro, Praxis) – ein Mitarbeiter reicht oft aus
    • Große Industrieanlagen – mehrere Posten, Technikaufsicht, Schichtleitung
    • Großveranstaltungen – höheres Risiko, mehr Personal, Koordinationsaufwand

    Je mehr Fläche, je mehr Zugänge, je höher das Risikoprofil – desto mehr Personal und desto höher die Kosten.

    Regionale Unterschiede

    Die Tariflöhne unterscheiden sich je nach Bundesland erheblich. In Berlin, München oder Frankfurt liegen sie höher als in ländlichen Regionen. Das schlägt direkt auf den Endpreis durch.
    Wichtig: Es gilt immer der Tarif des Bundeslandes, in dem der Einsatz stattfindet – nicht der Firmensitz des Sicherheitsdienstes.

    Zusatzleistungen

    Über die reine Bewachung hinaus können weitere Leistungen den Preis beeinflussen:

    Diese Leistungen werden oft als Paket angeboten oder separat berechnet. Fragen Sie im Angebot nach, was enthalten ist und was extra kostet.

    Realistische Preise für Sicherheitsdienste 2026

    Stundensätze variieren je nach Service und individuellen Anforderungen. Exakte Preise hängen von individuellen Anforderungen und regionalen Gegebenheiten ab. Die folgenden Preisspannen orientieren sich an tarifgebundenen Anbietern mit entsprechender Qualifikation. Angebote deutlich unterhalb dieser Spannen sollten Sie kritisch hinterfragen.

    Objektschutz / Werkschutz

    Der Klassiker: Bewachung von Gebäuden, Industrieanlagen, Baustellen oder Gewerbeimmobilien.

    • Standard-Objektschutz (tagsüber): 25–35 €/h
    • Mit Zusatzleistungen oder Nachtschicht: 35–50 €/h
    • Hochsicherheitsbereiche: 45–80 €/h

    Für 24/7-Objektschutz mit Schichtbetrieb sollten Sie mit 15.000–25.000 € monatlich rechnen.

    Veranstaltungsschutz / Event-Security

    Sicherheit bei Konzerten, Messen, Firmenevents oder Sportveranstaltungen.

    • Standard-Veranstaltungsschutz: 25–50 €/h
    • Hochrisiko-Events: 40–60 €/h

    Rechenbeispiel: Eine Firmenfeier mit 200 Gästen benötigt 3–4 Sicherheitskräfte für ca. 8 Stunden. Gesamtkosten: 1.000–2.000 €.

    Mobiler Sicherheitsdienst / Revierdienst

    Streifenfahrten, Kontrollgänge, Alarmintervention.

    • Revierdienst / Streifendienst: 20–40 €/h
    • Alarmintervention: oft als Pauschale pro Einsatz

    Empfangs- und Pfortendienste

    Zutrittskontrolle, Besucherempfang, Schlüsselverwaltung.

    Personenschutz / Bodyguard

    Der aufwändigste und teuerste Bereich. Erfordert hochqualifiziertes Personal.

    • Stundenweise Begleitung: 50–150 €/h
    • Tagesbegleitung (8–12 Stunden): 600–1.200 €
    • 24/7-Personenschutz: 10.000–30.000 € monatlich

    Wichtig: Diese Spannen sind Marktorientierungen, die Lohnkosten (nach Tarif), Zuschläge, Technik, Risiko und Dienstleistungskomplexität berücksichtigen. Je nach Region, Einsatzzeit, Qualifikation und Zusatzanforderungen kann der Preis höher oder niedriger ausfallen.

    Das Problem mit Billig-Security

    Wer Angebote unter 20 €/h bekommt, sollte stutzig werden. Die Rechnung geht schlicht nicht auf. Der Tariflohn für einfachen Objektschutz liegt 2025 je nach Bundesland bei 14–17 € brutto pro Stunde. Dazu kommen:

    • Lohnnebenkosten (ca. 25 %)
    • Verwaltung und Disposition
    • Versicherungen und Haftpflicht
    • Ausrüstung und Schulungen
    • Gewinnmarge des Unternehmens

    Wer bei 18 €/h Endpreis landet, zahlt entweder:

    • Untertariflich (illegal)
    • Unqualifiziertes Personal (§34a-Unterrichtung statt echter Ausbildung)
    • Keine ausreichende Versicherung
    • Oder alles zusammen

    Was im Schadensfall passiert

    Billiger Objektschutz rächt sich spätestens, wenn etwas passiert:

    • Diebstahl auf der Baustelle – keine Haftpflicht greift
    • Zollkontrolle deckt Schwarzarbeit auf – Auftraggeber haftet mit
    • Körperverletzung durch ungeschultes Personal – Schadensersatzforderungen

    Die vermeintliche Ersparnis von ein paar Euro pro Stunde kann schnell fünf- oder sechsstellig werden.

    ⚠️ Praxistipp: Fragen Sie bei Angeboten immer nach: Tarifbindung, Zertifizierungen (DIN 77200), Versicherungsnachweise. Seriöse Anbieter legen diese Unterlagen unaufgefordert vor.

    Welche Abrechnungsmodelle gibt es?

    Je nach Einsatzart sind unterschiedliche Modelle sinnvoll.

    Stundenabrechnung

    Die klassische Variante für flexible oder kurzfristige Einsätze. Sie zahlen nur die tatsächlich geleisteten Stunden, zzgl. tariflicher Zuschläge.

    Geeignet für: Temporäre Einsätze, Veranstaltungen, Urlaubsvertretungen

    Monatspauschale

    Fester Monatsbetrag für definierte Leistungen. Gibt Planungssicherheit auf beiden Seiten.

    Geeignet für: 24/7-Objektschutz, Daueraufträge, regelmäßige Bewachung

    Paketmodelle

    Kombination aus verschiedenen Leistungen zu einem Festpreis, z.B.:

    • Objektschutz + Alarmintervention
    • Empfangsdienst + Videoüberwachung
    • Revierdienst + Schließdienst

    Pakete beinhalten z. B.:

    • Basis-Pakete: Videoüberwachung & Alarmintervention
    • Erweiterte Pakete: Objektschutz & mobile Sicherheitsdienste
    • Premium-Pakete: Maßgeschneiderte Lösungen für erhöhte Sicherheitsanforderungen

    💰 Sicherheitspakete gibt es bereits ab etwas über 100 € pro Monat. Der genaue Preis hängt von den enthaltenen Leistungen und dem individuellen Sicherheitsbedarf ab.

    Event-/Projektpauschale

    Festpreis für einmalige Veranstaltungen oder temporäre Projekte. Der Preis wird vorab kalkuliert, keine Überraschungen.

    Geeignet für: Messen, Konzerte, Firmenfeiern, Bauprojekte

     

    Woran erkennt man einen seriösen Sicherheitsdienst?

    Nicht der günstigste Preis sollte entscheiden, sondern nachprüfbare Qualitätskriterien. Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Manche Anforderungen sind gesetzliche Pflicht – andere sind echte Qualitätsmerkmale, die gute von mittelmäßigen Anbietern unterscheiden.

    Gesetzliche Mindestanforderungen

    Diese Voraussetzungen muss jeder Sicherheitsdienst erfüllen – ohne Ausnahme:

    • Bewachungserlaubnis – behördliche Erlaubnis nach §34a GewO
    • Sachkundeprüfung des Geschäftsführers – Nachweis der fachlichen Eignung
    • Betriebshaftpflichtversicherung – ausreichende Deckungssumme für Personen- und Sachschäden
    • Bewacherregister – alle eingesetzten Mitarbeiter sind registriert und überprüft

    Fehlt einer dieser Punkte, ist der Anbieter schlicht nicht legal tätig. Fragen Sie im Zweifel nach den Nachweisen – seriöse Anbieter legen diese bereitwillig vor.

    Qualitätsmerkmale seriöser Anbieter

    Über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus zeichnen sich hochwertige Sicherheitsdienste durch folgende Merkmale aus:

    Zertifizierungen

    • DIN 77200 – Standard für Sicherheitsdienste
    • ISO 9001 – Qualitätsmanagementsystem
    • zertifizierte Notruf- und ServiceleitstelleServiceleitstelle

    Diese Zertifikate werden durch unabhängige Stellen (DEKRA, TÜV) vergeben und erfordern erheblichen Aufwand. Unseriöse Anbieter scheuen diesen Aufwand.

    Tarifbindung

    Seriöse Anbieter zahlen nach Tarif und können das nachweisen. Das schützt nicht nur die Mitarbeiter – bei Zollkontrollen haftet auch der Auftraggeber mit, wenn Schwarzarbeit aufgedeckt wird.

    Transparente Angebote

    Ein seriöses Angebot schlüsselt auf:

    • Stundensatz und enthaltene Leistungen
    • Zuschläge für Nacht-/Wochenendarbeit
    • Anfahrtskosten (falls nicht inkludiert)
    • Abrechnungsmodell und Dokumentation

    Wächtermonitoring & Dokumentation

    Professionelle Anbieter nutzen digitale Systeme zur Einsatzdokumentation. Kontrollgänge, Vorkommnisse und Arbeitszeiten werden lückenlos erfasst – auf Wunsch mit Echtzeit-Zugang für den Auftraggeber.

    Referenzen und Erfahrung

    Fragen Sie nach vergleichbaren Projekten. Seriöse Anbieter können Referenzen nennen und haben langjährige Mitarbeiter – hohe Fluktuation ist oft ein Warnsignal für Dumping-Anbieter.

    💡 Lesen Sie dazu gern unseren Beitrag: Wie finde ich einen guten Sicherheitsdienst?

    Kann ich ein individuelles Angebot anfordern?

    Ja! Jeder professionelle Sicherheitsdienst erstellt ein maßgeschneidertes Angebot. Unsere Sicherheitslösungen sind maßgeschneidert. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung – wir finden die beste Sicherheitslösung für Ihren Bedarf.

    Wie hilfreich war diese Seite?

    Klicke auf die Sterne um zu bewerten

    Durchschnittliche Bewertung / 5. Anzahl Bewertungen:

    Bislang keine Bewertungen! Seien Sie der Erste, der diese Seite bewertet.

    Es tut uns leid, dass dieser Beitrag für Sie nicht nützlich war!

    Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

    Wie können wir diesen Beitrag verbessern?