Security-Kosten 2026: Preise für Sicherheitsdienste
- Was kostet ein Sicherheitsdienst? Je nach Leistung zwischen 20 und 150 € pro Stunde. Standard-Objektschutz liegt bei 25–40 €/h, Personenschutz beginnt bei 50 €/h.
- Wichtigste Kostenfaktoren: Art der Leistung, Qualifikation der Kräfte, Einsatzzeit (Nacht-/Wochenendzuschläge), Region und Zusatzleistungen.
- Vorsicht bei Dumpingpreisen: Angebote unter 20 €/h decken oft nicht mal den Tariflohn. Das Risiko: unqualifiziertes Personal, fehlende Versicherung, Haftungsprobleme.
- Abrechnungsmodelle: Stundenabrechnung für flexible Einsätze, Monatspauschalen für Dauerschutz, Paketpreise für kombinierte Leistungen.
Was kosten Sicherheitsdienste und welche Abrechnungsmodelle sind sinnvoll? Wer sich nicht tagtäglich mit Security beschäftigt, wird sich schwer damit tun, einzuschätzen, welcher Preis gerechtfertigt ist. Die Preisspannen am Markt sind enorm: Von 18 € bis über 150 € pro Stunde ist alles dabei.
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber nicht auf Verhandlungsgeschick – sondern auf klar definierbare Faktoren wie Qualifikation, Tarifbindung und Einsatzanforderungen.
In diesem Beitrag erklären wir, wie sich Preise zusammensetzen, was seriöse Anbieter von Billig-Security unterscheidet und mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen sollten – für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und private Auftraggeber.
Was beeinflusst die Kosten für Sicherheitsdienste?
Wer Sicherheitsleistungen einkauft, steht schnell vor der Frage: Was ist ein fairer Preis – und woran orientiere ich mich? Die Preise für Security werden nicht gewürfelt. Sie basieren auf tariflichen Vorgaben, Qualifikationsanforderungen und Einsatzbedingungen. Wer diese Faktoren kennt, kann Angebote besser einschätzen.
Art der Sicherheitsleistung
Nicht jeder Einsatz ist gleich. Objektschutz in einer Büroimmobilie erfordert andere Kompetenzen als Personenschutz oder Event-Security bei einem Hochrisiko-Konzert. Je spezialisierter die Anforderung, desto höher der Preis.
Typische Leistungsarten:
- Objektschutz / Werkschutz
- Veranstaltungsschutz / Event-Security
- Personenschutz / Begleitschutz
- Mobiler Sicherheitsdienst / Revierdienst
- Empfangs- und Pfortendienste
Qualifikation der Sicherheitskräfte
Die Unterrichtung nach §34a GewO ist das gesetzliche Minimum – mehr nicht. Für anspruchsvollere Einsätze braucht es höhere Qualifikationen:
- Sachkundeprüfung §34a – für Türsteher, Citystreifen, Kaufhausdetektive
- Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK) – für qualifizierten Werkschutz
- Fachkraft für Schutz und Sicherheit – vollwertige Berufsausbildung
- Waffensachkunde – für bewaffneten Personenschutz
- Brandschutzqualifikationen – für Brandwachen
Diese Ausbildungen kosten Zeit und Geld – was sich im Stundensatz widerspiegelt.
Einsatzzeit & Schichtdauer
Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist tariflich geregelt. Die Zuschläge sind keine Willkür, sondern gesetzlich vorgeschrieben:
- Nachtarbeit (20:00–06:00 Uhr): 15–25 % Zuschlag
- Sonntagsarbeit: 25–50 % Zuschlag
- Feiertagsarbeit: bis zu 100 % Zuschlag
Wer dauerhaft Nachtschichten oder Wochenenddienste braucht, zahlt entsprechend mehr.
Art & Umfang des Einsatzes
Die Größe und Komplexität des Einsatzes beeinflusst den Preis erheblich:
- Kleine Objekte (Büro, Praxis) – ein Mitarbeiter reicht oft aus
- Große Industrieanlagen – mehrere Posten, Technikaufsicht, Schichtleitung
- Großveranstaltungen – höheres Risiko, mehr Personal, Koordinationsaufwand
Je mehr Fläche, je mehr Zugänge, je höher das Risikoprofil – desto mehr Personal und desto höher die Kosten.
Regionale Unterschiede
Die Tariflöhne unterscheiden sich je nach Bundesland erheblich. In Berlin, München oder Frankfurt liegen sie höher als in ländlichen Regionen. Das schlägt direkt auf den Endpreis durch.
Wichtig: Es gilt immer der Tarif des Bundeslandes, in dem der Einsatz stattfindet – nicht der Firmensitz des Sicherheitsdienstes.
Zusatzleistungen
Über die reine Bewachung hinaus können weitere Leistungen den Preis beeinflussen:
- Alarmaufschaltung auf eine Notruf- und ServiceleitstelleServiceleitstelle (NSL)
- Videotechnik – Überwachung, Auswertung, Dokumentation
- Interventionsdienst – schnelle Reaktion bei Alarmen
- Objektbegehungen – regelmäßige Kontrollgänge nach Protokoll
- Sicherheitskonzepte – Analyse, Planung, Dokumentation
Diese Leistungen werden oft als Paket angeboten oder separat berechnet. Fragen Sie im Angebot nach, was enthalten ist und was extra kostet.
Realistische Preise für Sicherheitsdienste 2026
Stundensätze variieren je nach Service und individuellen Anforderungen. Exakte Preise hängen von individuellen Anforderungen und regionalen Gegebenheiten ab. Die folgenden Preisspannen orientieren sich an tarifgebundenen Anbietern mit entsprechender Qualifikation. Angebote deutlich unterhalb dieser Spannen sollten Sie kritisch hinterfragen.
Objektschutz / Werkschutz
Der Klassiker: Bewachung von Gebäuden, Industrieanlagen, Baustellen oder Gewerbeimmobilien.
- Standard-Objektschutz (tagsüber): 25–35 €/h
- Mit Zusatzleistungen oder Nachtschicht: 35–50 €/h
- Hochsicherheitsbereiche: 45–80 €/h
Für 24/7-Objektschutz mit Schichtbetrieb sollten Sie mit 15.000–25.000 € monatlich rechnen.
Veranstaltungsschutz / Event-Security
Sicherheit bei Konzerten, Messen, Firmenevents oder Sportveranstaltungen.
- Standard-Veranstaltungsschutz: 25–50 €/h
- Hochrisiko-Events: 40–60 €/h
Rechenbeispiel: Eine Firmenfeier mit 200 Gästen benötigt 3–4 Sicherheitskräfte für ca. 8 Stunden. Gesamtkosten: 1.000–2.000 €.
Mobiler Sicherheitsdienst / Revierdienst
Streifenfahrten, Kontrollgänge, Alarmintervention.
- Revierdienst / Streifendienst: 20–40 €/h
- Alarmintervention: oft als Pauschale pro Einsatz
Empfangs- und Pfortendienste
Zutrittskontrolle, Besucherempfang, Schlüsselverwaltung.
- Empfangsdienst / Doorman: 18–35 €/h
Personenschutz / Bodyguard
Der aufwändigste und teuerste Bereich. Erfordert hochqualifiziertes Personal.
- Stundenweise Begleitung: 50–150 €/h
- Tagesbegleitung (8–12 Stunden): 600–1.200 €
- 24/7-Personenschutz: 10.000–30.000 € monatlich
Wichtig: Diese Spannen sind Marktorientierungen, die Lohnkosten (nach Tarif), Zuschläge, Technik, Risiko und Dienstleistungskomplexität berücksichtigen. Je nach Region, Einsatzzeit, Qualifikation und Zusatzanforderungen kann der Preis höher oder niedriger ausfallen.
Das Problem mit Billig-Security
Wer Angebote unter 20 €/h bekommt, sollte stutzig werden. Die Rechnung geht schlicht nicht auf. Der Tariflohn für einfachen Objektschutz liegt 2025 je nach Bundesland bei 14–17 € brutto pro Stunde. Dazu kommen:
- Lohnnebenkosten (ca. 25 %)
- Verwaltung und Disposition
- Versicherungen und Haftpflicht
- Ausrüstung und Schulungen
- Gewinnmarge des Unternehmens
Wer bei 18 €/h Endpreis landet, zahlt entweder:
- Untertariflich (illegal)
- Unqualifiziertes Personal (§34a-Unterrichtung statt echter Ausbildung)
- Keine ausreichende Versicherung
- Oder alles zusammen
Was im Schadensfall passiert
Billiger Objektschutz rächt sich spätestens, wenn etwas passiert:
- Diebstahl auf der Baustelle – keine Haftpflicht greift
- Zollkontrolle deckt Schwarzarbeit auf – Auftraggeber haftet mit
- Körperverletzung durch ungeschultes Personal – Schadensersatzforderungen
Die vermeintliche Ersparnis von ein paar Euro pro Stunde kann schnell fünf- oder sechsstellig werden.
⚠️ Praxistipp: Fragen Sie bei Angeboten immer nach: Tarifbindung, Zertifizierungen (DIN 77200), Versicherungsnachweise. Seriöse Anbieter legen diese Unterlagen unaufgefordert vor.
Welche Abrechnungsmodelle gibt es?
Je nach Einsatzart sind unterschiedliche Modelle sinnvoll.
Stundenabrechnung
Die klassische Variante für flexible oder kurzfristige Einsätze. Sie zahlen nur die tatsächlich geleisteten Stunden, zzgl. tariflicher Zuschläge.
Geeignet für: Temporäre Einsätze, Veranstaltungen, Urlaubsvertretungen
Monatspauschale
Fester Monatsbetrag für definierte Leistungen. Gibt Planungssicherheit auf beiden Seiten.
Geeignet für: 24/7-Objektschutz, Daueraufträge, regelmäßige Bewachung
Paketmodelle
Kombination aus verschiedenen Leistungen zu einem Festpreis, z.B.:
- Objektschutz + Alarmintervention
- Empfangsdienst + Videoüberwachung
- Revierdienst + Schließdienst
Pakete beinhalten z. B.:
- Basis-Pakete: Videoüberwachung & Alarmintervention
- Erweiterte Pakete: Objektschutz & mobile Sicherheitsdienste
- Premium-Pakete: Maßgeschneiderte Lösungen für erhöhte Sicherheitsanforderungen
💰 Sicherheitspakete gibt es bereits ab etwas über 100 € pro Monat. Der genaue Preis hängt von den enthaltenen Leistungen und dem individuellen Sicherheitsbedarf ab.
Event-/Projektpauschale
Festpreis für einmalige Veranstaltungen oder temporäre Projekte. Der Preis wird vorab kalkuliert, keine Überraschungen.
Geeignet für: Messen, Konzerte, Firmenfeiern, Bauprojekte
Woran erkennt man einen seriösen Sicherheitsdienst?
Nicht der günstigste Preis sollte entscheiden, sondern nachprüfbare Qualitätskriterien. Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Manche Anforderungen sind gesetzliche Pflicht – andere sind echte Qualitätsmerkmale, die gute von mittelmäßigen Anbietern unterscheiden.
Gesetzliche Mindestanforderungen
Diese Voraussetzungen muss jeder Sicherheitsdienst erfüllen – ohne Ausnahme:
- Bewachungserlaubnis – behördliche Erlaubnis nach §34a GewO
- Sachkundeprüfung des Geschäftsführers – Nachweis der fachlichen Eignung
- Betriebshaftpflichtversicherung – ausreichende Deckungssumme für Personen- und Sachschäden
- Bewacherregister – alle eingesetzten Mitarbeiter sind registriert und überprüft
Fehlt einer dieser Punkte, ist der Anbieter schlicht nicht legal tätig. Fragen Sie im Zweifel nach den Nachweisen – seriöse Anbieter legen diese bereitwillig vor.
Qualitätsmerkmale seriöser Anbieter
Über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus zeichnen sich hochwertige Sicherheitsdienste durch folgende Merkmale aus:
Zertifizierungen
- DIN 77200 – Standard für Sicherheitsdienste
- ISO 9001 – Qualitätsmanagementsystem
- zertifizierte Notruf- und ServiceleitstelleServiceleitstelle
Diese Zertifikate werden durch unabhängige Stellen (DEKRA, TÜV) vergeben und erfordern erheblichen Aufwand. Unseriöse Anbieter scheuen diesen Aufwand.
Tarifbindung
Seriöse Anbieter zahlen nach Tarif und können das nachweisen. Das schützt nicht nur die Mitarbeiter – bei Zollkontrollen haftet auch der Auftraggeber mit, wenn Schwarzarbeit aufgedeckt wird.
Transparente Angebote
Ein seriöses Angebot schlüsselt auf:
- Stundensatz und enthaltene Leistungen
- Zuschläge für Nacht-/Wochenendarbeit
- Anfahrtskosten (falls nicht inkludiert)
- Abrechnungsmodell und Dokumentation
Wächtermonitoring & Dokumentation
Professionelle Anbieter nutzen digitale Systeme zur Einsatzdokumentation. Kontrollgänge, Vorkommnisse und Arbeitszeiten werden lückenlos erfasst – auf Wunsch mit Echtzeit-Zugang für den Auftraggeber.
Referenzen und Erfahrung
Fragen Sie nach vergleichbaren Projekten. Seriöse Anbieter können Referenzen nennen und haben langjährige Mitarbeiter – hohe Fluktuation ist oft ein Warnsignal für Dumping-Anbieter.
💡 Lesen Sie dazu gern unseren Beitrag: Wie finde ich einen guten Sicherheitsdienst?
Kann ich ein individuelles Angebot anfordern?
Ja! Jeder professionelle Sicherheitsdienst erstellt ein maßgeschneidertes Angebot. Unsere Sicherheitslösungen sind maßgeschneidert. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung – wir finden die beste Sicherheitslösung für Ihren Bedarf.